strukturharmonie Auftragsabwicklung · Strukturen

Strukturharmonie

Sichten, Strukturen und Übersetzungen in der Auftragsabwicklung

Ein Produkt wird in einem Unternehmen nicht einmal beschrieben, sondern mehrfach: von jedem Fachbereich so, wie es seine Arbeit verlangt. Diese Seite stellt Begriffe und Modelle bereit, mit denen sich diese Sichten und die Übergänge zwischen ihnen genauer beschreiben lassen.

Ein Produkt, viele Sichten

An der Abwicklung eines Produkts sind viele Fachbereiche beteiligt, vom Kundenauftrag bis zur Auslieferung und darüber hinaus. Jeder dieser Bereiche hat mit dem Produkt etwas anderes zu tun. Was ein Bereich mit dem Produkt tun muss, bestimmt, wie er es sieht.

Es gibt deshalb nicht die eine Sicht auf ein Produkt, sondern viele. Jede davon ist für ihren Zweck richtig.

Eine Sicht lässt sich als Struktur festhalten: als Zusammenhang von Objekten, die in bestimmten Beziehungen zueinander stehen. Wo mehrere Sichten auf dasselbe Produkt bestehen, entstehen Übergänge. An diesen Stellen muss das, was in einer Struktur beschrieben ist, in eine andere gelangen.

Brüche an den Übergängen

In vielen Unternehmen sind diese Übergänge spürbar, ohne dass sie sich genau benennen lassen. Die Auftragsabwicklung läuft nicht rund. Nach einem Umbau des ERP-Systems lassen sich bestimmte Anforderungen nicht mehr abbilden. Stücklisten werden bei jedem Auftrag von Hand nachgearbeitet.

Die Beteiligten bemerken den Bruch. Oft fehlen ihnen aber die Begriffe und Modelle, um ihn zu beschreiben. Dann wird über Symptome gesprochen statt über Ursachen, und die Suche nach einer Lösung dauert länger als nötig.

Ein Beispiel

Die Fertigung ändert bei jedem Auftrag die Stückliste, weil nur sie weiß, welches Bauteil tatsächlich passt. Das Engineering empfindet diese Änderungen als Eingriff in seine Konstruktion. Üblicherweise wird das als Konflikt verhandelt: Wer hat recht?

Aus der Perspektive der Sichten haben beide recht. Es handelt sich um zwei Sichten auf dasselbe Produkt, jede aus ihrer Arbeit heraus begründet. Damit stellt sich eine andere, genauere Frage: Benötigen diese zwei Sichten zwei getrennte Strukturen, oder lassen sie sich in einer Struktur unterbringen?

Wofür diese Seite gedacht ist

Die Seite richtet sich an alle, die mit Abläufen über Bereichsgrenzen hinweg befasst sind: im Prozessmanagement, in der Anwendungsarchitektur, in den Fachbereichen und in der Beratung. Der Schwerpunkt liegt auf durchgängigen Zusammenhängen vom Auftrag bis zum Service, nicht auf einzelnen, örtlich begrenzten Problemen.

Sie gibt keine fertige Lösung vor. Ihr Ziel ist, dass sich die Problematik im eigenen Unternehmen mit präziseren Begriffen beschreiben lässt als bisher. Eine genaue Beschreibung ist die Voraussetzung dafür, schneller zu einer Lösung zu kommen.

Aufbau

Die Inhalte gliedern sich in fünf Teile, die aufeinander aufbauen und zum Lesen in dieser Reihenfolge gedacht sind. Die Texte werden durch interaktive Darstellungen ergänzt.

  1. Sichten. Welche Fachbereiche mit einem Produkt arbeiten und welche Fragen sie dabei beantworten müssen.
  2. Strukturen. Wie sich eine Sicht als Zusammenhang von Objekten und Beziehungen festhalten lässt.
  3. Repräsentation von Strukturen: Stücklisten u. ä. Die bekannteste Produktstruktur im Unternehmen und die Strukturen, die daneben bestehen.
  4. Übersetzung. Was an den Übergängen zwischen Strukturen geschieht, welche Ansätze es dafür gibt und wie sie jeweils versagen können.
  5. Softwarelösungen. Wie diese Zusammenhänge in konkreten Systemen umgesetzt werden.

Einordnung

Die Begriffe und Modelle sind an kein bestimmtes Softwaresystem gebunden. Beispiele aus der industriellen Fertigung und aus einzelnen Systemen dienen der Veranschaulichung; die Aussagen gelten unabhängig davon. Die Seite ist keine Beratungsleistung und keine Produktbeschreibung.